Jemandem das Herz brechen

Lange schon haben die Menschen gemerkt, dass das Herz auf Trauer und Freude stark reagiert. Im Jahr 1990 wurde die Reaktion des Herzens auf starke Trauer erstmals von einem Japaner beschrieben und die auftretenden Veränderungen am Herzen nach ihm als Takotsubo Kardiomyopathie benannt. Dabei wurde festgestellt, dass es bei starkem Stress zu einer vorübergehenden Erweiterung des Herzens kommt, mit einer gleichzeitig bestehenden Herzschwäche. Entsprechende Veränderungen können im EKG und bei Herzkatheteruntersuchungen gesehen werden. Durch die damit einhergehende Herzschwäche kommt es zu Atemnot und Druckgefühl auf der Brust. Dieser Symptomenkomplex wurde auch als Broken-Heart-Syndrom bezeichnet. Trotz der dramatischen Symptome, die dabei auftreten, ist das Broken-Heart-Syndrom normalerweise reversibel, und die meisten Patienten erholen sich innerhalb von Wochen bis Monaten vollständig. Ähnliche Redewendungen wie „jemandem liegt ein Stein im Herzen“ oder der Begriff „gebrochenes Herz“ beschreiben den gleichen Symptomkomplex.

Wenn jemand einen anderen Menschen in sich verliebt macht und ihn dann enttäuscht, wird er auch als „Herzensbrecher“ bezeichnet. Die Folgen eines gebrochenen Herzens werden dann oft mit der Redewendung „es hat ihm/ihr einen Stich ins Herz versetzt“ beschrieben.

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Redewendungen medizinisch erklärt
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Jemandem ist eine Laus über die Leber gelaufen

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Der Redewendung „mir ist eine Laus über die Leber gelaufen“ stellt ein schönes Beispiel für Spasmen der Gallenwege dar. Der Mediziner nennt dieses Phänomen „Gallenwegsdyskinesie“. Bei der Gallenwegsdyskinesie kommt es zu Spasmen der Muskulatur in den Gallenwegen. Diese krampfartigen Zusammenziehungen der Gallenwegmuskeln werden in milden Fällen als „wurmförmige“ Bewegung im rechten Oberbauch wahrgenommen. In ausgeprägten Fällen kann es schon zu richtigen Oberbauchkoliken kommen. In jedem Fall ist dann der Abfluss der Galle gestört (aber nicht vollkommen blockiert). Die Folge davon sind dann immer wieder auftretende helle Stühle. Patienten berichten sehr oft darüber, dass ihr Stuhl immer dann, wenn es Ihnen schlecht geht, besonders hell wird. Das ist sehr oft durch einen verminderten Gallenfluss bedingt.

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