Toxoplasmose als Ursache für psychiatrische Krankheiten

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Toxoplasmose ist eigentlich eine Katzenkrankheit. Der Parasit befällt aber außer Katzen auch Mäuse, Menschen und andere Tiere und verändert das Verhalten.

Katz- und Maus-Spiele

Frisst eine Katze eine Maus, die mit diesem Parasiten befallen ist, erkrankt sie selber an Toxoplasmose und scheidet mit dem Stuhl wieder infektiöse Parasiten aus. Soweit ist an dieser Krankheit noch nichts Besonderes, wäre da nicht eine Besonderheit: Ist eine Maus mit Toxoplasma gondii infiziert, dann wandert der Parasit in das Gehirn der Maus und verändert ihr Verhalten. Die Folge ist dann, dass die Maus nicht mehr von Katzen davon läuft, sondern den Katzen sogar zuläuft, so als ob sie gefressen werden möchte. Tatsächlich möchte sie nicht gefressen werden, aber der Parasit möchte, dass die Maus gefressen wird, damit er wieder in eine Katze gelangt und sich besser verbreiten kann. Also verändert der Parasit das Verhalten der Maus 🐁

Welche Rolle spielt dabei der Mensch?

Bei diesem Wirtswechsel zwischen Maus und Katze kann es zu einem „falschen“ Zwischenwirt kommen. So kann auch der Mensch ein „Fehlwirt“ für Toxoplasmose werden, wenn er sich mit Katzenkot oder mit kontaminierter Erde ansteckt. Oder aber auch wenn er rohes Fleisch (Met-Wurst!) isst. Lange glaubte man, dass der Mensch dadurch nicht wirklich krank wird. Toxoplasmose – so steht es in den Lehrbüchern – ist höchstens für ungeborene Embryonen oder immunsupprimierte Patienten von Relevanz. Für „Gesunde“ stellt Toxoplasmose in der Regel keine Gefahr dar. Wenn da nicht die Eigenart wäre, dass Toxoplasmose das Gehirn seiner Zwischenwirte befallen würde. Und der Mensch ist so ein Zwischenwirt.

Das menschliche Gehirn reagiert auch auf Toxoplasmose

Jährlich entstehen neue Berichte, bei denen gezeigt wird, dass Toxoplasmose auch menschliches Verhalten verändert. Anfänglich wurden Schizophrenien mit Toxoplasmose in Zusammenhang gebracht. Später waren es Angststörungen, Depressionen, Selbstmorde, riskantes Verhalten und verschiedene Verhaltensstörungen, die mit einer Toxoplasmose-Infektion in Zusammenhang gebracht wurden. Anscheinend greift der Parasit in die Wirkung von Dopamin ein. Ein Transmitter, der stark Verhaltens-modifizierend wirkt, weil das Belohnungssystem im Gehirn vorwiegend Dopamin-gesteuert ist.

Was kümmert mich Toxoplasmose?

Früher hat man nur Schwangere und Immunsupprimierte davor gewarnt, mit Toxoplasmose in Kontakt zu kommen. Doch wenn man Toxoplasmose zu den PSYCHOTROPEN INFEKTIONEN zählt, dann sollte dieser Parasit etwas mehr Aufmerksamkeit bekommen. Nicht jeder wird krank! Aber ca. 50 % aller BürgerInnen in der BRD haben Antikörper gegen Toxoplasmose gebildet. Man muss sich also die Frage stellen: Wie viele psychiatrisch „Erkrankte“ sind gar nicht primär psychisch, sondern vielmehr sekundär psychisch krank? Mit 75 Jahren haben bereits 75 % aller Bundesbürger Antikörper gegen Toxoplasmose. In der Regel werden Menschen kaum merklich krank. Wenn man aber die Menge der Betroffenen sieht und jede(r) eine kleine Verhaltensänderung zeigt, dann kann man sich vorstellen, dass die Gesellschaft als Ganzes nicht mehr so „rund“ läuft.

Wir sollten uns also über psychotrope Infektionen und ihre Folgen etwas mehr Gedanken machen. (Aber vielleicht will der Parasit, dass wir Menschen uns keine Gedanken über ihn machen, damit er sich besser verbreiten kann 😉)

Habe ich selber Toxoplasmose?

Mit großer Wahrscheinlichkeit ja, aber in fast allen Fällen wird sie ausgeheilt sein. Irgendwann hat man eine „Grippe“ gehabt, die in Wirklichkeit eine Toxoplasmose war. Um zu wissen, ob sie noch aktiv ist, kann man die Antikörper (IgG, IgM, und IgA) bestimmen. Meistens sind nur die IgG-Antikörper positiv, dann hat man Immunität erlangt und man braucht nichts zu tun. Ist einer der anderen Antikörper positiv, sollte man zum Arzt gehen und sich beraten lassen, was zu tun ist. Mittels MRT, PET-CT oder Thallium-SPECT, könnte man eine ausgeprägte Neurotoxoplasmose sichtbar machen.

Kann man etwas dagegen tun?

Vor allem daran denken!  Kein rohes Fleisch essen (auch kein halb rohes Fleisch, selbst wenn der 5-Sterne-Koch sagt, dass man etwas (halb)roh essen muss.  In diesem Fall wechseln sie besser ihren Koch). Katzenspreu nur mit Einmalhandschuhen ausleeren und Hauskatzen nicht streunen lassen, denn solche Katzen können de facto nur kranke Mäuse fangen und infizieren sich so. Wer weitere Ideen hat, möge diese hier in die Diskussion einbringen.

PS: Wenn ein Verlag an solchen Themen interessiert ist, bitte schreiben Sie an: ordination@ledochowski.info

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Autor: Ledochowski

Arzt und Autor