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Ernährung in der Schwangerschaft

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Prinzipiell gelten bei der Ernährung in der Schwangerschaft 3 Grundsätze;

1. Embryo nicht vergiften
2. Embryo nicht infizieren
3. Embryo mit allen notwendig Nährstoffen versorgen

Meist wird der 3. Punkt – nämlich den Embryo ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen – als besonders wichtig angesehen. Tatsächlich hat es die Natur aber so eingerichtet, dass sich der Embryo die benötigen Nährstoffe fast immer von der Mutter in ausreichendem Maß holt. D.h. nicht der Embryo bekommt Mangelerscheinungen sondern die Mutter. Besteht z.Bsp. Kalziummangel, so holt sich der Embryo das benötigte Kalzium zunächst aus den Knochen der Mutter. Erst wenn dort nichts mehr zu holen ist, kommt es auch im Embryo zu Mangelerscheinungen. Die frühere Beobachtung, dass nach einer Schwangerschaft öfters Zahnschäden vorkommen (Volksmund: „Jede Schwangerschaft kostet einen Zahn“) ist dadurch zu erklären, dass in Zeiten der Hungersnot nicht nur die Knochen sondern sogar die Zähne der Mutter demineralisiert wurden, damit das heranwachsende Kind genügend mit Mineralstoffen versorgt wird. So kam es, dass Mütter in der Nachkriegszeit häufiger Zahnschäden bekamen die schließlich auch zu Zahnverlust führen konnten. Diese Prinzipe gilt für fast alle Nahrungsinhaltsstoffe. Wenn der Arzt also der werdenden Mutter empfiehlt in der Schwangerschaft ein Multivitaminpräparat einzunehmen, so gilt das nicht nur zur Vorbeugung von Entwicklungsschäden beim Kind sondern auch zum Schutz der Mutter. Um solchen Mangelerscheinungen vorzubeugen entwickelt die werdende Mutter auch öfters ganz eigenartigen Appetit und bekommt Heißhunger auf Nahrungsmittel, die sie vorher vielleicht gar nicht so geschätzt hat (z.Bsp. Appetit auf Essiggurken um den vermehrten Bedarf an dem Vitaminoid PQQ zu decken). Hier sei noch ein Wort zum Unterschied von Hunger und Appetit gesagt: Hunger regelt die quantitative Aufnahme der Kalorien (Kohlenhydraten, Fetten, Eiweißen), Appetit reguliert die qualitative Zusammensetzung der Nahrung und gleicht auch das Verhältnis einerseits das Verhältnis der nutritiven Inhaltsstoffe aus (Verhältnis von Kohlenhydraten, Fetten, Eiweißen) und regelt die Aufnahme von nicht nutritiven Stoffen wie zum Bsp. Vitaminen, Mineralstoffen etc. Zu den einzelnen Stoffen die in der Schwangerschaft von Bedeutung sein können siehe unten.

Viel bedeutender ist der 1. Punkt – nämlich den Embryo nicht zu vergiften. Das ungeborene Kind hat noch keine oder kaum ausgebildete Entgiftungsmechanismen, weil die dafür notwendigen Organe und Enzyme noch nicht ausreichend funktionieren. Trinkt die Mutter eine Tasse Kaffee, dann kann sie das darin enthaltene Koffein mit Leichtigkeit abbauen, vor allem wenn sie eine ausgewiesene Kaffeetrinkerin ist. Beim Embryo sind die dazu notwendigen Enzyme noch nicht gebildet, deshalb kann schon ein anscheinend „harmloses“ Getränk im Embryo zu Vergiftungserscheinungen führen. Vor allem in ersten Trimenon, wenn das Embryo noch nicht funktionsfähige Organe hat, sind solche „Vergiftungen“ von Bedeutung und sollten von der Mutter berücksichtigt werden. In dieser Zeit kann sich das ungeboren Kind nur indirekt vor Vergiftung schützen, indem in der Placenta das Hormon HCG gebildet wird. Der Anstieg von HCG im Blut oder Harn wird auch bei den Schwangerschaftstests ausgenützt. Einer der Funktionen von HCG besteht aber auch darin das „Brechzentrum“ im Gehirn der Mutter zu empfindlicher zu machen. Dadurch kommt es vor allem zu Beginn der Schwangerschaft zu „flauem Gefühl“, Übelkeit, Geruchsempfindlichkeit und manchmal auch zu heftigem Erbrechen. Nahrungsmittel welche die Mutter sonst ohne Probleme essen konnte werden so plötzlich abstoßend. Sie kann gewisse Speisen nicht mehr riechen und das ist auch gut so, den es handelt sich dabei meist um Nahrungsmittel die einer sehr komplexen Entgiftung unterliegen und deshalb für das ungeborene Kind gefährlich werden. Kohlgemüse und andere Gemüsesorten aus der Familie der Brassicaceae führen bei der Zubereitung zu einem intensivem Geruch der oft zu Übelkeit führt und deshalb nicht gegessen wird. Die Natur hat hier für ausreichenden Schutz gesorgt, wenn hier nicht Mütter, Schwiegermütter, und andere Verwandte in der Meinung etwas Gutes tun zu müssen die Schwangere dazu anhalten doch „gesund“ zu essen. In manchen Kulturen gilt es auch als unhöflich wenn die Schwiegertochter nicht von mitgebrachtem Essen isst. Das kann so weit gehen, dass Diese Frauen im Krankenhaus stationär aufgenommen werden müssen nur um sie vor der guten gemeinten aber schlecht getroffenen Hilfe der Familie zu verschonen. Welche Nahrungsmittel hier von Bedeutung sein können sieh unten.

Schließlich bleibt noch der 2. Punkt nämlich das Embryo nicht über die aufgenommene Nahrung zu infizieren: Das ungeborene Kind hat noch kein ausgereiftes Immunsystem und kann deshalb mit Keimen nicht so gut umgehen. So gibt es einige Infektionserkrankungen (z.Bsp. Toxoplasmose, Zytomegalie u.a.) die über die Aufnahme von Nahrungsmitteln bedingt sein können und zu schweren Schäden beim Kind führen können. Hier gehören vor allem Nahrungsmittel dazu die in den letzten Jahrzehnten als besonders „gesund“ angepriesen wurden – nämlich Rohkost: Rohes Fleisch, roher Fisch, Rohmilchprodukte sollten deshalb für jede Schwangere tabu sein. Aber auch rohes Gemüse besonders wenn es vorgeschnitten und in luftdicht verpackt ist (vorgeschnittener Salat im Supermarkt oder Jausenstation), stellt eine Brutstätte für gefährliche Mikroorganismen dar. Dazu kommt noch, dass Keime von rohem Fisch oder Fleisch allem voran Geflügel – auch dann zu Infektionen führen kann wenn es es gekocht oder gebraten wurde. Nämlich dann, wenn in der Küche das rohe Fleisch in die Hand genommen wurde, um es etwa in die Bratpfanne zu legen, und dann mit den ungewaschenen Händen später der Salat zubereitet wurde. Auch wenn nicht geschnittener roher Salat in der regel keine gefährliche Infektionsquelle darstellt wird er durch die Zubereitung plötzlich zum gefährlichen Überträger von Krankheitskeimen. Nahrungsmittel-assozierte Infektionen sind während er ganzen Schwangerschaft, besonders aber im 3. Trimester zu beachten. Man muss wegen der vielen Infektionsmöglichkeiten nicht gleich beunruhigt sein, zumal die Mutter die Antikörper die sie im Rahmen ihres Lebens gegen die verschiedenen Krankheitserreger gebildet hat über das Blut auch dem Kind überträgt und damit vor der Ausbreitung von Infektionen schützt.