Was ist eine Dysmorphophobie?

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Hinter diesem Begriff verbirgt sich ein Krankheitssymptom, dass durch die Nutzung sozialer Medien immer häufiger wird.

Im englischen Sprachraum spricht man auch von Body dysmorphic disorder (BDD). Darunter versteht man, dass man sich nicht schön fühlt, obwohl objektiv kein Schönheitsdefizit vorliegt. Dabei kann es sich um Unzufriedenheit mit einzelnen Körperpartien oder dem gesamten Aussehen handeln. Frauen finden oft, dass ihre Brüste zu klein oder zu groß sind, dass die Nase nicht optimal geformt ist und der Po nicht attraktiv ist. Männer finden sich oft zu schmächtig, glauben, dass sie nicht genügend Muskeln haben oder einen „Sixpack“ Bauch haben müssen, um geliebt zu werden.

Was sind die Folgen von BDD?

Störungen des Selbstwertgefühls, Scham, Depressionen, Angst und Schuldgefühle gehen oft damit einher. Die Betroffenen sind oft sehr empfindlich und verletzlich gegenüber Ablehnung.

Die Betroffenen gehen oft ins Fitnessstudio, kaufen sich Nahrungsergänzungsmittel, nehmen Anabolika zu sich oder suchen einen plastischen Chirurgen auf, um ihren „Defekt“ operativ korrigieren zu lassen. Sie geben Unsummen dafür aus. Die meisten Mittel richten aber mehr gesundheitlichen Schaden als Nutzen an und machen die Konsumenten nicht wirklich glücklicher und führen so gut wie nie zu einer Heilung der Dysmorphophobie.

Was sind die Ursachen von BDD?

Depressionen sind nicht nur Folgen von BDD, sondern können auch die Ursache dafür sein. Körperdysmorphie oder Dysmorphophobie kann ein Symptom für zahlreiche psychische Erkrankungen sein.

Als Trigger dienen oft soziale Medien. Auch Zeitschriften, Werbung und zahlreiche andere Medien, die mit ihren Bildern vermeintliches Glück vermitteln wollen, triggern körperdysmorphe Gefühle. In Wirklichkeit geht es ihnen nur darum, ihren Profit zu steigern. Dafür nehmen sie auch gesundheitliche und psychische Schäden ihrer Konsumenten billigend in Kauf. Der Gesetzgeber sieht sich nicht veranlasst, hier zum Schutz der Bevölkerung Regeln aufzustellen.

Was kann man dagegen tun

Bevor man einen Schönheitschirurgen aufsucht, sollte man immer zu einem Psychiater oder Psychologen gehen, um eine Körperdysmorphie ausschließen zu lassen. Es gibt zahlreiche Medikamente, mit denen man eine BDD gut behandeln kann und es gibt psychotherapeutische Verfahren. Solche Therapien sind nicht nur wesentlich billiger, sondern auch viel erfolgreicher. Und wenn man sich danach trotzdem nicht glücklicher fühlt, kann man immer noch zu einem Schönheitschirurgen gehen.

Medikamente kann man immer absetzen, Psychotherapien kann man abbrechen, aber chirurgische Eingriffe sind irreversibel.

Die negativen Folgen von Schönheitsoperationen kann man bei zahlreichen Promis sehen, die früher wirklich schön waren, bis sie mit ihrem Alter nicht mehr zurechtkamen, eine BDD entwickelten und sich unters Messer gelegt haben. Damit sind so manche Gesichter irreversibel zu Fratzen geworden. Glück schaut jedenfalls anders aus.

Hong K, Nezgovorova V, Uzunova G, Schlussel D, Hollander E. Pharmacological Treatment of Body Dysmorphic Disorder. Curr Neuropharmacol. 2019;17(8):697-702. doi: 10.2174/1570159X16666180426153940. PMID: 29701157; PMCID: PMC7059151.

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