Omega-3-Fettsäuren („ist Fisch gesund?“)

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Omega-3-Fettsäuren. Alle reden davon und die Experten raten: Essen sie mehr Omega-3-Fettsäuren, damit sich das Verhältnis von Omega-3-Fettsäuren zu den Omega-6-Fettsäuren verbessert. Dazu empfehlen die „Experten“, dass man mehr Fisch in den eigenen Speiseplan einbauen sollte. Doch da gibt es ein kleines Problem: Fische haben kaum Omega-3-Fettsäuren, wenn sie sich ihr Futter nicht selber suchen können und nicht zu den sogenannten Kaltwasserfischen zählen. Solche Fische, die sich ihr Futter selber suchen können, gibt es nicht zu kaufen. Oder haben Sie schon einmal im Supermarkt einen Fisch gekauft, der nicht aus einer Fischzucht stammt, sondern selbst gefangen wurde? Die meisten Fische, die man als Normalverbraucher kaufen kann, stammen aus einer Fischzucht! Bietet der Züchter seinen Fischen kein Futter an, welches reich an Omega-3-Fettsäuren ist, enthält der Fisch auch kaum Omega-3-Fettsäuren. Nachdem Fischfutter, welches reich an Omega-3-Fettsäuren ist, sehr teuer ist, werden die Fische in Fischfarmen auch kaum damit gefüttert. Wer sollte es auch je nachprüfen, ob im verkauften Fisch tatsächlich Omega-3-Fettsäuren enthalten sind.

Warum Haben wild gefangene Lachse einen anderen Omega-3-Fettsäurengehalt?

Lachse, die aus dem Meer kommend über die kalten Flüsse Norwegens oder Schottlands in ihre Laichgebiete schwimmen, fressen auf dem Weg dorthin Moose und Flechten, die reich an Omega-3-Fettsäuren sind. Dadurch werden die Omega-3-Fettsäuren in den Membranen der Fischkörperzellen eingelagert. Da Omega-3-Fettsäuren einen niedrigeren Schmelzpunkt haben, werden die Zellmembranen „dünnflüssiger“. Das stellt die Voraussetzung dar, dass diese Fische im kalten Wasser der Flüsse (Kaltwasserfische) auch überleben können. Würden Sie diese Omega-3-Fettsäuren nicht auf ihrem Weg zu den Laichplätzen eingelagert haben, wären sie viel zu starr und könnten in den kalten Flüssen nicht überleben. Deshalb enthalten Kaltwasserfische reichlich Omega-3-Fettsäuren. Das ist aber nur der Fall, wenn sie in der Lage waren, ihr Futter selber zu suchen. Wenn das wie in Fischfarmen nicht der Fall ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass keine oder nur geringe Mengen an Omega-3-Fettsäuren in diesem Lebensmittel zu finden sind.

Kann man Omega-3-Fettsäuren auch mit pflanzlicher Nahrung zuführen?

Wenn man in Fischen nur wenig Omega-3-Fettsäuren findet, dann könnte man doch Pflanzen essen, die reichlich Omega-3-Fettsäuren enthalten. Alpha-Linolensäure (kurz ALA genannt) ist eine solche pflanzliche Omega-3-Fettsäure. Wunderbar, damit könnte man auch als Veganer oder Vegetarier zu seinen gesunden Omega-3-Fettsäuren kommen. Doch auch hier gibt es ein Problem: Für den günstigen Effekt auf die Gesundheit braucht man tierische Omega-3-Fettsäuren. Also Substanzen wie Eicosapentaensäure (kurz EPA genannt) und Docosahexaensäure (kurz DHA genannt). Diese beiden Omega-3-Fettsäuren kommen fast nur in frei lebenden Kaltwasserfischen vor. Die pflanzliche ALA kann aber im menschlichen Körper (fast) nicht in die günstigen Fettsäuren wie EPA und DHA umgewandelt werden.

Soll man Omega-3-Fettsäuren in Kapselform zuführen?

Wenn Fische wenig Omega-3-Fettsäuren enthalten und pflanzliche Omega-3-Fettsäuren nicht in EPA oder DHA umgewandelt werden kann, soll man dann Omega-3-Fettsäuren als Nahrungsergänzungsmittel in Form von Kapseln kaufen? Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Nahrungsergänzungsmittel unterliegen so gut wie keiner behördlichen Kontrolle. Es gibt keine Behörde, die kontrolliert, ob das drinnen ist, was außen auf der Verpackung steht. Oft wird das Fischöl, welches in diesen Kapseln verpackt ist, aus (ziemlich unappetitlichen) Schlachtabfällen gewonnen und schön verpackt. Schluckt man eine solche Kapsel, wird man nach einigen Stunden Aufstoßen und Fischgeruch bemerken. Oft sogar so ausgeprägt, dass es auch die Umwelt wahrnehmen kann. Also nicht gerade das, wofür man sein Geld ausgeben will. Dazu kommt noch, dass die Weltmeere und Fischfanggebiete derart mit Schadstoffen verseucht sind, dass Schwermetalle, radioaktive Isotope, Nanoplastik und viele andere Schadstoffe in so gut wie jedem Fisch vorhanden sind. Und schließlich gibt es noch die in der Natur vorhandenen Algentoxine, die sich in der Nahrungskette anreichern und damit immer giftiger werden. Am Schluss der Nahrungskette steht dann der Mensch.

Was soll man also tun?

Ich weiß es nicht! Aber bevor man sich mehr Omega-3-Fettsäuren einverleibt, ist es sicher besser, insgesamt weniger zu essen. Denn auch durch das immer wieder kehrend Fasten kann man das eigene Fettsäureprofil verbessern, da der Körper immer zuerst die weniger wichtigen Fettsäuren abbaut, bevor er auf die wertvollen Bestandteile zurückgreift.

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